Massaker unter falscher Flagge

Im Gespräch mit Said Dudin
Ein Beitrag von NuoViso

Täglich erreichen uns Meldungen von Massakern aus syrischen Städten. Und täglich berichten die Medien davon, wie syrische Soldaten dafür verantwortlich sein sollen. Zumindest wird dies immer wieder von der syrischen Opposition behauptet. Unsere Medien erwähnen hin und wieder, dass es sich um nicht gesicherte Informationen handele. Dabei sind feste Fakten zur Genüge vorhanden. Doch scheinbar will man diese gar nicht haben.

Said Dudin

Said Dudin zeigt ein Video von einer Auktion, bei der Väter ihre Söhne für Selbstmordattentate versteigern.

Said Dudin kennt sich in diesem Informationskrieg aus. Wie kaum ein anderer Journalist in Deutschland verfügt er über zahlreiche Verbindungen nach Syrien. Als Übersetzer für syrische Texte wird er von den Medien auch immer wieder gern angefragt, doch von seinen Inhalten will man nichts wissen. Dudin leitet ein Archiv, in welchem er seit Jahren Propagandalügen dokumentiert. Diese Inhalte stellt er jedermann frei zugänglich zur Verfügung. Unser NuoViso Reporter besuchte nun den Journalisten, dessen Informationen von vielen Nachrichten- und Medienanstalten gemieden werden.

Neue Weltordnung

„Wir gehen davon aus, dass die sogenannte Neue Weltordnung eine Ordnung weltweiter Apartheit ist und unmittelbar nach 1989 begannen Kriegsvorbereitungen zur Herstellung dieser Weltordnung.“ Dudin möchte in dem Interview weit ausholen. Man merkt, dass er selten die Gelegenheit bekommt, sich vor einer Kamera zu äußern.

„Es ist ein Unterschied, ob man Propagandalügen konsumiert oder Zeuge der Geburt von Propagandalügen wird“, sagt Dudin. Er war 1991 als Journalist in Bagdad während des Irakkrieges tätig und berichtet: „Nachdem eine Bombe ein leeres Haus zerstörte und dort einen Rentner tötete, gab ein Kollege die Nachricht weiter, das irakische Kriegsministerium habe einen Volltreffer erhalten und es gäbe zahlreich getötete Armeeoffiziere.“ Dudin stellte seinen Kollegen über die ungeheuerlichen Lügen, die er verbreite, zur Rede. „Du hast doch genug Erfahrung. Wen würde es interessieren, wenn ich sage, dass ein leeres Gebäude zerstört und ein Rentner getötet worden ist? Aber das Kriegsministerium hat einen Volltreffer erhalten. Das ist eine Nachricht“, so die Antwort. Dudin war schockiert.

„Was ist das für ein Journalist, der beginnt selbst erfinderisch zu werden? Ich frage mich überhaupt, nachdem die ganze Welt weiß, dass die Rechtfertigung für den Angriffskrieg auf Irak auf Lügen beruht,… was ist geschehen mit den Journalisten, die sich aktiv an einem Kriegsverbrechen beteiligt haben? Diese Frage wird hier überhaupt nicht gestellt.“

Historischer Kontext

Das Bewußtsein über ihre Vergangenheit ist bei den Syrern tief verwurzelt. Durch eine Reihe von Kolonialkonferenzen Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Syrien in zwei Kolonialsphären geteilt. In eine britische und eine französische Kolonialzone. Als sich das syrische Volk gegen diese Teilung zur Wehr setzte, marschierten britische und französische Truppen in das Land ein und besetzten dieses mit Waffengewalt. Die nördlichen Gebiete wurden wiederrum geteilt. Ein Teil davon heißt heute Libanon, der andere ist das heutige Syrien. Der Süden wurde ebenfalls geteilt in Transjordanien und eine britisch-zionistische Zone mit dem erklärten Ziel, aus dem arabischen Palästina eine zionistische Kolonie zu machen, die ab dem 15.Mai 1948 Israel heißen sollte.

Dudin: „Wenn ein Mensch jüdischen Glaubens diskrimiert wird, zögere ich nicht einen Augenblick mir den Davidstern anzuheften. Das ist eine Frage der grundsätzlich humanistischen Einstellung. Aber die unschuldigen Opfer der Nazibarbarei zu instrumentalisieren, um ein Kolonialverbrechen zu unterstützen, das 63 Jahre vor der Naziherrschaft begann, …da muss jeder ermordete Mensch jüdischen Glaubens, egal ob er Sowjet oder Pole war, sich in seinem Grab umdrehen. Denn was hier gerne verschwiegen wird, ist, dass die Menschen jüdischen Glaubens während des Naziregimes selbst Antizionisten waren. Aber das will man hier nicht so gerne hören.“

Das Problem von Kofi Annan

Kofi Annan

Kofi Annan versucht zu vermitteln. Bisher erfolglos. ©Wikipedia

Die Bemühungen des ehemaligen UNO Generalsekräters Kofi Annan in der aktuellen Lage in Syrien zu vermitteln, sind bislang gescheitert. Die syrische Regierung stimmte den Bedingungen zwar zu, aber die in viele Einzelgruppen versprengte Opposition, ließ sich nicht auf eine Waffenruhe ein. Und so dauert das Morden in Syrien an. Aufständige ermorden Regierungsangehörige und die Regierung betreibt Aufstandsbekämpfung. In den Gefechten zwischen diesen beiden schwer bewaffneten Lagern sterben täglich Zivilisten.

Zusätzlich verüben vereinzelte Terrorgruppen oft Massaker an der Zivilbevölkerung, um es anschließend den syrischen Regierungstruppen in die Schuhe zu schieben. Die einseitige Berichterstattung der meisten westlichen Medien lässt die Terroristen wissen, dass dieses Konzept funktioniert. Und so wird mit jeder Schlagzeile über ein von Assads Truppen verübtes Massaker gleich das Fundament für den nächsten Massenmord gelegt. Denn solange sich dieses Konzept der Kriegspropaganda bewährt, besteht für die Terroristen, die meist aus Katar oder Saudi Arabien unterstützt werden, kein Grund das Morden von Kindern einzustellen.

Dudin: „Kofi Annan weiß, dass ein Ende der Massaker nur möglich ist, wenn die Kataris und Saudis aufhören die Terroristen zu finanzieren. Die Francofaschisten, so blutrünstig sie auch waren, waren Humanisten im Vergleich zu den Saudis und den Kataris. Und mit diesen beiden Regimes macht die NATO ein Bündnis und die Übersetzung dieses Bündnisses sind die Massaker, die vor allem immer stattfinden, bevor sich der Weltsicherheitsrat trifft.“

Selbstmordattentäter zu versteigern

Selbstmörder-Auktion

Saudi Arabien: Ein Vater versteigert seinen Sohn für ein Selbstmordattentat

Dudin zeigt uns ein Video von einer Auktion. Einer live im saudiarabischen Fernsehen ausgestrahlten Auktion. Ein Vater versteigert seinen Sohn. Der Käufer wird ihn auf eine Odysee zu einer Ausbildung zum Selbstmordattentäter schicken. Irgendwann wird er in einem Auto sitzen und sich in die Luft sprengen. Beliebte Ziele für derart Anschläge sind derzeit die syrischen Marktplätze.

„Sein Bruder ist bereits ein Märtyrer“ hört man den Auktionator der Versteigerung in dem Video sagen. Unter einer jubelnden Menge werden sechs bis siebenstellige Beträge für das Leben des jungen Mannes geboten, der sich von Religion geblendet ebenfalls in dem Glauben wiegt, mit seinem sinnlosen Tod den Wille Allahs zu vollrichten. Solche Auktionen hat Dudin zu hunderten gesehen und er fragt sich, wieso dieses Thema bis jetzt so gänzlich von den deutschen Medien ignoriert wurde.

Tote Palästinenserinnen

Propagandalüge: Dieses Foto von ermordeten Palästinenserinnen wurde in den Medien als Beweis für die Brutalität des syrischen Regimes präsentiert.

Das moderne Konzept dieser Art von Terrormanagement bezeichnet Dudin als „Natoislamismus“. Massaker unter falscher Flagge seien hoffähig geworden: „Wir haben eine ganze Reihe von Beispielen, wie das ganze dann vermarktet wird.“ Dudin zeigt uns ein Bild aus seinem Archiv. Darauf sind zwei von israelischen Soldaten ermordete Palästinenserinnen zu sehen. „Und dann finde ich sie wieder auf der Homepage der syrischen Opposition mit dem Vermerk, das seien zwei von den syrischen Sicherheitskräften erschossene syrische Frauen. Dieses Bild wurde von hunderten Nachrichtenagenturen verbreitet, obwohl die richtigen Informationen für jeden zugänglich sind. Aber ARD, ZDF und alle anderen wollen das nicht hören.“

Das NATO-Bündnis mit Katar und Saudi-Arabien hält Dudin für äußerst gefährlich. „Dieses Kolonialgebilde wird hier vermaktet als das einzige demokratische Regime in dieser Region. Die Leute wissen gar nicht, wie verbrecherisch und wie gefährlich diese Auffassung von Demokratie ist.“

Mit herzlichem Dank an die Quelle: www.nuoviso.de

 

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