Mut zur Wahrheit: Banken und Freigeld

Ein Beitrag von Thomas Cassan


Eines möchte ich vorne weg sagen – es geht in den folgenden Zeilen nicht um die Bankangestellten, denn die sind nur das Schmierfett zwischen den Zahnrädern im Getriebe der Großfinanz. Die aktuelle Situation wird von vielen unterschätzt. Wie kann es sein, dass eine Bank so viel Geld hat, um einen ganzen Staat zu kaufen? Diese Geldverleiher entziehen sich geschickt jeglicher Art von Kontrolle, da sie ja das nötige Vitamin – Vitamin M(oneten) – haben.

Ich würde nur zu gern den Banken wieder zu dem Ansehen verhelfen, das sie einmal hatten. Nämlich als man sie noch als Geldverleiher bezeichnet hat, ein dreckiges Handwerk, das ein ehrbarer Mensch nicht ausführen wollte. Damals mussten sie den Dienstboteneingang nehmen, anstatt wie heute als Duzfreunde an der Tafel der Herrschenden zu sitzen. Die Macht unserer Politiker ist nur geliehen. Sie sind nur solange geduldet, solange sie den wahrlich Mächtigen zu Munde reden. Zwei Drittel der Schulden hat der Staat bei der Bank. Und wenn es der Bank schlecht geht, dann schenkt der Staat der Bank einen Haufen Geld. Und dann leiht er sich’s wieder teuer aus. Ich hab so das Gefühl, dass das für uns ein ganz schlechtes Geschäft ist.

Als Beispiel sei hier die Volksbank erwähnt, die von uns, also vom Staat, mit über 1 Mrd. Euro gerettet werden musste. Und das ohne irgendwelche tiefgreifende Konsequenzen. Zuerst sind’s die Schulden der Banken, und jetzt sind’s unsere Schulden! Und glauben sie, wir kriegen das Geld wieder? Dass sie sich da mal nicht täuschen. Es gibt ja Alternativen zum herkömmlichen Bankensystem. Nur am Rande erwähnt sei z.B. Freigeld (umlaufgesichertes Geld). Aber was mir persönlich besser gefällt, ist das Konzept der GLS Bank (Genossenschaft für Leihen und Schenken). Dies ist die erste sozial-ökologische Universalbank der Welt. Sie vertritt die Ansicht, dass das Geld nach seinen wesentlichen Qualitäten, nämlich Zahlen, Leihen/Finanzieren und Stiften/Schenken zu funktionieren hat.

Ich finde dieses Konzept großartig und würde mir wünschen, dass es so etwas hierzulande auch gäbe. Vielleicht finden sich ja ein paar Investoren, die sich aus Spaß und Freude an Nachhaltigkeit und ehrlichem Streben nach einer ökologisch wie ökonomisch sinnvollen Zukunft dazu bereit erklären, eine solche Bank bei uns zu gründen und diesem Beispiel zu folgen. Ich wäre der erste, der ein Konto eröffnen würde!

Thomas Cassan
info@dievorarlberger.at

 

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