Lässt sich das aktuelle Finanzsystem noch reparieren?

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Ein Beitrag von Thomas Cassan


Um diese Frage zu beantworten, muss ich ein wenig weiter ausholen. Seit wir im verzinsten Geldsystem leben, und das ist immerhin schon ein paar Jahrhunderte alt, haben wir immer wieder erlebt, dass, wenn dieses System ans Ende eines Lebenszyklus ankam, es mit Gewalteskalationen beendet wurde. Häufig fanden diese Exzesse in Europa, aber auch auf anderen Kontinenten statt. Aus was für einem Grund auch immer ein Krieg vom Zaun gebrochen wurde, unterm Strich ging es doch immer wieder darum, andere Länder zu vereinnahmen, um sich an deren Einnahmen und Ressourcen gütlich zu tun und seine eigenen Mängel noch ein wenig länger zu vertuschen.

Erst mit der Zeit wurden die Gründe für den Kriegsausbruch offensichtlicher, weil es sich schwerer vertuschen liess. Die Kriege in der Neuzeit, also seit Beginn des 20. Jahrhunderts, waren allesamt in der dafür konsequent geplanten Finanzpolitik begründet. Die Politdarsteller waren allesamt nur willfährige Durchführungsgehilfen.

Heute scheint es in Europa keine Kriege mehr geben zu können, weil wir ja in einer Friedensunion leben. Man vergisst aber allzu leicht, dass wir erst vor 20 Jahren einen verheerenden Konflikt auf unserem Kontinent ertragen mussten. Und heute sind diese Staaten zum Teil in der EU, die damals noch Krieg geführt hatten und in dem in Massen „ethnische Säuberungen“ durchgeführt wurden, was für mich das schrecklichste aller Kriegsverbrechen darstellt. Man sieht, wie leicht es ist, einen Konflikt herauf zu beschwören, wenn man nur lange genug die Menschen mit entsprechenden Informationen füttert.

In der heutigen Zeit wird dieser Krieg mit anderen Mitteln geführt. Es werden gezielte Propagandamaßnahmen gesetzt, welche zum einen die Leute dumm halten sollen und die zum anderen durch Wichtigmachung von Banalem die Menschen von den wirklich wichtigen Themen abgelenkt werden sollen. Früher sagte man: “was juckt´s die Eiche, wenn das Borstenvieh sich daran schuppt!“ – heute wird genau aus diesem Schuppungsvorgang ein für die Eiche schwerwiegender Vorfall konstruiert. Dass aber Engerlinge sich am Wurzelwerk der Eiche zu schaffen machen, dass der Regen sauer wird und die Eiche von oben her attackiert und das von allen Seiten baumblätterfressende Heuschrecken einfallen, das wird von den Massenmedien wohlweislich ignoriert.

Hier werden gewisse Zusammenhänge schon sehr deutlich: Wenn die da oben nicht wollen, dass wir etwas mitkriegen, dann sorgen sie ganz geschickt für Ablenkung und Manipulation. Und eine dieser Manipulationen ist, dass uns das aktuell herrschende Finanzsystem als alternativlos verkauft wird. Es gibt zum Kapitalismus mit Zins und Zinseszins keine Alternative. Deshalb brauchen wir permanent Wachstum. Wachstum ist unsere Religion. So zumindest die vermeintlich Verantwortlichen und die sogenannten Wirtschaftsweisen. Und wenn es eine Religion ist, dann ists anscheinend auch nicht wirklich hinterfragbar, oder?

Ich bin von Beruf gelernter Techniker und Konstrukteur. Und wenn ich feststelle, dass eine Konstruktion fehlerhaft ist, dann hilft es vielleicht kurzfristig, wenn sie repariert wird. Wenn jedoch das Konzept falsch ist, dann muss man es von Grund auf neu machen. Jetzt ist allerdings das Problem dies, dass unser Finanzsystem zwar aus Sicht der Völker falsch ist, aber aus Sicht einiger Mächtiger und sehr einflussreicher Personen absolut das Richtige. Was also dagegen tun?

Ich bin der Meinung, dass eine Reparatur sehr wenig sinnvoll ist. Man würde nur das unvermeidliche auf einen unbestimmten, aber nicht mehr weit entfernten, Punkt hinauszögern. Es bleibt dem Souverän, und laut Verfassung, sei es die Österreichische, aber auch die Vorarlberger Landesverfassung sagt das aus (Artikel 1, Absatz3), nichts anderes  übrig, als dass er das Gesetz und das Regelungsmonopol wieder selber in die Hand nimmt. Die vordergründig Verantwortlichen sind zu sehr fremdgesteuert, als dass sie von sich aus auf die Idee kommen, hier aktiv zu werden und eine bewusste Änderung herbeizuführen. So muss das Volk wieder bereit sein, aktiv zu werden und durch gezielte Maßnahmen diesem System die Energie zu entziehen und schlussendlich wieder selber das Ruder in die Hand nehmen. Dies bedeutet, dass die Menschen wieder lernen müssen, für sich selber und für ihr Tun und Handeln Verantwortung zu übernehmen. Ich sehe es immer mehr in meinem Umfeld, dass sich die Menschen viele Dinge nicht mehr gefallen lassen. Klar wird man aufgrund der aktuellen Strukturen und Mechanismen in gewissen Bereichen in einer nicht immer leicht zu erkennenden Abhängigkeit gehalten. Aber genau aus diesem Grund habe ich diese Plattform „die Vorarlberger“ gegründet, um den Menschen wieder aus ihrer Lethargie zu helfen und zusammen mit eifrigen und unermüdlichen Helfern die Menschen in unserem Lande wach zu rütteln.

Es ist unumgänglich, dass wir aus dem Schuldgeldsystem aussteigen und uns ein eigenes Geld geben, welches der natürlichen Ordnung von Werden und Vergehen unterliegt. Erst wenn wir das geschafft haben, erst dann werden sich viele Dinge ganz von selber zum Guten hin wenden. Es werden Möglichkeiten geschaffen, die in unserem aktuellen System niemals möglich wären. Es gäbe plötzlich ein Gemeinwohl, dass wirklich allen dienen würde und das niemandem auf der Tasche liegen würde. Ein Gemeinwohl, welches sich durch sich selber trägt und nicht auf Finanzspritzen von außen angewiesen ist.

Was wäre eine Welt ohne Schulden? Was wäre eine Welt mit wesentlich weniger Krankheiten? Was wäre eine Welt mit wesentlich weniger Lügen? Was wäre eine Welt mit einer sauberen Umwelt und Natur? All dies ließe sich leicht umsetzen, würden wir nur aus diesem Schuldgeldsystem ausscheiden und in ein neues, dem Menschen dienendes Geldsystem  übergehen.

Es liegt in unser aller Interesse, unser Verhalten zu hinterfragen und bewusster mit Entscheidungsprozessen umzugehen. Es gibt keine 1., 2. oder 3. Welt – es gibt nur eine Welt.

Ihr
Thomas Cassan


Quelle und Original: www.dievorarlberger.at

 

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