Warum Frauen in China keinen Brustkrebs bekommen

von Prof. Dr. Jane Plant, aus dem Alternative Health Resources Newsletter März 2013


Milk_forget_itIch hatte keine Alternative als zu sterben oder eine Heilung für mich selbst zu finden. Ich bin Wissenschaftlerin – und es gab doch sicher eine rationelle Erklärung für diese grausame Krankheit, die eine von zwölf  Frauen im Vereinigten Königreich betrifft?

Ich hatte den Verlust einer Brust erlitten und eine Bestrahlungstherapie hinter mir. Nun erhielt ich schmerzhafte Chemotherapien, und wurde von einigen der angesehensten Spezialisten des Landes untersucht. Aber tief in mir spürte ich, daß ich dem Tod entgegensah. Ich hatte einen liebevollen Ehemann, ein schönes Heim und zwei kleine Kinder für die ich sorgen mußte. Ich wollte unbedingt weiterleben.

Glücklicherweise führte mich diese Sehnsucht zur Entdeckung von Fakten, von denen zu dieser Zeit einige nur einer Handvoll Wissenschaftlern bekannt waren.

Jedem Menschen, der mit Brustkrebs in Berührung gekommen ist, wird bekannt sein, daß gewisse Risikofaktoren komplett außerhalb unseres Einflußes liegen – wie fortgeschrittenes Alter, frühes Einsetzen der Weiblichkeit, später Beginn der Menopause und eine Familienvorgeschichte mit Brustkrebs. Aber es gibt auch viele Risikofaktoren, die wir ohne weiteres selbst kontrollieren können.

Diese „kontrollierbaren“ Risikofaktoren lassen sich leicht in einfache Veränderungen umsetzen, die wir alle in unserem täglichen Leben machen können, um Brustkrebs zu verhindern oder zu behandeln. Meine Botschaft ist, daß auch fortgeschrittener Brustkrebs überwunden werden kann – weil ich es geschafft habe.

Der erste Hinweis zu dem Verständnis, was meinen Brustkrebs gefördert haben könnte, kam als mein Mann Peter – ebenfalls ein Wissenschaftler – von einem Job in China zurückkehrte, während in mir die Schläuche für eine Chemo-Behandlung steckten.

Er hatte sowohl Postkarten und Briefe mitgebracht als auch einige seltsame Kräuterzäpfchen, die ihm von Freunden und Wissenschaftskollegen in China mitgegeben worden waren.

Diese Zäpfchen wurden mir also als Heilmittel für den Brustkrebs geschickt. Trotz des Ernstes der Situation mußten wir beide herzhaft lachen, und ich erinnere mich scherzhaft gesagt zu haben, daß es bei dieser Behandlung kein Wunder war, daß chinesische Frauen diese Krankheit vermeiden können. Diese Worte hallten in meinem Kopf wider. Warum bekamen Frauen in China keinen Brustkrebs? Ich hatte früher mit chinesischen Kollegen an einer Studie gearbeitet, die Verbindungen zwischen Bodenchemie und Krankheiten untersuchte, und erinnerte mich an eine der Statistiken. Brustkrebs existierte im gesamten Land praktisch nicht. In China wird „nur“ eine von 10.000 Frauen daran sterben, verglichen mit der entsetzlichen Zahl von einer von zwölf in Großbritannien und dem noch schlimmeren Durchschnitt von einer von zehn in den meisten westlichen Ländern. Das liegt nicht nur daran, daß in China ländliche Gebiete mit weniger städtischer Verschmutzung vorherrschen. In der Metropole Hong Kong steigt die Rate zwar auf 34 Frauen von 10.000, was aber neben den westlichen Zahlen immer noch verblaßt.

Die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki haben ähnliche Statistiken. Und man muß bedenken, daß beide Städte mit Nuklearwaffen angegriffen worden sind – zusätzlich zu üblichen, umweltbedingten Krebskrankheiten würde man also erwarten, auch einige strahlungsbedingte Fälle zu finden. Die aus diesen Statistiken zu ziehende Schlußfolgerung trifft einen mit einiger Gewalt. Würde eine Frau aus den westlichen Ländern in das industrialisierte, verstrahlte Hiroshima ziehen, würde sie das Risiko einer Brustkrebserkrankung um die Hälfte reduzieren. Das hört sich doch absurd an. Für mich war es offenkundig, daß neben der Verschmutzung, Verstädterung oder der Umwelt noch andere Lebensbedingungen dafür ausschlaggebend waren, daß westliche Frauen ein solch ernstlich erhöhtes Risiko haben, Brustkrebs zu entwickeln.

Ich entdeckte dann, was auch immer der Grund für die riesigen Unterschiede in den Brustkrebsraten zwischen östlichen und westlichen Ländern war, er war nicht genetisch bedingt.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß sich ihre Brustkrebsraten innerhalb von einer oder zwei Generationen an die ihrer Gastgeberländer angleichen, wenn Chinesinnen oder Japanerinnen in den Westen ziehen.

Das gleiche passiert in Hong Kong, wenn sich Asiaten einen komplett westlichen Lebensstil aneignen. Tatsächlich lautet der umgangssprachliche Name für Brustkrebs in China auch „Reiche Frauen-Krankheit“, weil sich dort nur finanziell bessergestellte die Speisen leisten können, die „Hong Kong-Essen“ genannt werden. Die Chinesen beschreiben sämtliche westlichen Nahrungsmittel – und zwar alles, angefangen von Eiscreme und Schokoladeriegel bis zu Spaghetti und Fetakäse – als „Hong Kong-Essen“, weil es früher nur in der ehemaligen britischen Kolonie erhältlich war, nicht aber auf dem restlichen chinesischen Festland.

Für mich ergab es also absolut Sinn – was auch immer der Auslöser für meinen Brustkrebs und das schockierend häufige Vorkommen in meinem Land generell war, hatte fast sicher mit unserem westlichen, wohlstandsbedingten Lebensstil zu tun.

Es gibt hier einen wichtigen Punkt auch für Männer. Ich konnte bei meinen Forschungen beobachten, daß viele der Daten über Prostatakrebs zu ähnlichen Ergebnissen führen.

Laut Daten der Weltgesundheitsorganisation ist die Anzahl der Männer im ländlichen China zu vernachlässigen, die Prostatakrebs entwickeln – sie beträgt nur 0,5 pro 100.000. In England, Schottland und Wales ist diese Zahl jedoch 70 mal höher. Wie bei Brustkrebs handelt es sich um eine Krankheit der Mittelklasse, die vorwiegend die wohlhabenden und sozial höherstehenden Gruppen betrifft, die sich teurere Nahrungsmittel leisten können.

Ich weiß noch, wie ich zu meinem Mann sagte: „Komm schon Peter, du bist gerade aus China zurückgekommen. Was ist es am chinesischen Lebensstil, das so einen Unterschied ausmacht?“

Warum bekommen sie keinen Brustkrebs? Wir entschieden uns, gemeinsam unsere wissenschaftlichen Ausbildungen anzuwenden und das ganze logisch anzugehen.

Wir untersuchten wissenschaftliche Daten, die uns generell in die Richtung von Fetten in der Ernährung führten. Forscher entdeckten in den 1980er Jahren, daß nur 14% der Kalorien in der durchschnittlichen chinesischen Kost vom Fett stammten, im Gegensatz zu fast 36% in der des Westens.

Aber die Nahrungsmittel, von denen ich mich seit Jahren vor meinem Brustkrebs ernährt hatte, waren sehr fettarm und reich an Ballaststoffen. Zudem wußte ich als Wissenschaftlerin, daß die Aufnahme von Fett bei Erwachsenen nicht zu erhöhtem Brustkrebsrisiko führte, was Untersuchungen an großen Frauengruppen mit einer Dauer von bis zu zwölf Jahren gezeigt hatten.

Dann passierte eines Tages etwas ziemlich Besonderes. Peter und ich hatten über die Jahre so eng zusammengearbeitet, daß ich nicht mehr sicher bin, wer von uns zuerst ausrief: „Die Chinesen essen keine Milchprodukte!“ Es ist schwer, einem Nicht-Wissenschaftler die plötzliche mentale und emotionale Begeisterung zu erklären, die einen bei einer wichtigen Einsicht befällt. Es ist als ob in deinem Kopf viele Puzzleteile herumschwirren und plötzlich, in wenigen Sekunden, zusammenfallen und das Gesamtbild klar ersichtlich wird.

Auf einmal konnte ich mich daran erinnern, wie viele Chinesen Milch körperlich nicht ertragen können; wie die Chinesen mit denen ich zusammengearbeitet hatte, immer betonten, daß Milch nur für Babys da ist; und wie einer meiner engen Freunde chinesischer Herkunft den Käse bei Dinnerpartys immer höflich abgelehnt hatte.

Ich kannte keine chinesischen Menschen mit traditionellem chinesischen Lebensstil, die ihre Babys jemals mit Produkten aus Kuh- oder anderer Milch ernährt hätten. In der Tradition gab es wohl Hebammen, aber keinesfalls und niemals Milchprodukte.

Kulturell gesehen, ist für die Chinesen unsere westliche Besessenheit mit Milch und Milchprodukten sehr befremdend. Ich kann mich erinnern, wie ich kurz nach Ende der kulturellen Revolution in den 1980ern eine große Delegation von chinesischen Wissenschaftlern betreut hatte. Auf Anraten des Auslandsbüros hatten wir beim Partyservice ein Dessert mit viel Eiscreme bestellt. Nachdem sie sich erkundigt hatten woraus das Dessert bestand, lehnten sämtliche Chinesen – ihr Dolmetscher inbegriffen – den Verzehr höflich, aber bestimmt ab und konnten auch nicht umgestimmt werden.

Zu dieser Zeit waren wir alle entzückt und genossen die Extraportion!

Milch ist einer der Hauptverursacher von Nahrungsallergien. Über 70% der Weltbevölkerung können den Milchzucker – Laktose – nicht verdauen.

Milch_natuerlichIch entdeckte, daß Milch einer der Hauptverursacher von Nahrungsallergien ist. Über 70% der Weltbevölkerung können den Milchzucker nicht verdauen, was Ernährungswissenschaftler zu der Annahme führte, daß dies der normale Zustand für Erwachsene ist, und nicht etwa eine Art von Defizit. Vielleicht versucht uns die Natur zu sagen, daß wir uns falsch ernähren. Bevor ich das erste mal Brustkrebs bekam, aß ich eine Menge von Milchprodukten wie entrahmte Milch, Käse mit niedrigem Fettanteil und Joghurt – sie waren meine Hauptquelle für Protein. Auch verzehrte ich billiges, aber mageres Hackfleisch, heute habe ich realisiert, daß es wahrscheinlich häufig von gezüchteten Milchkühen stammte.

Um die Chemotherapie bei meinem fünften Krebs-Vorkommen zu ertragen, hatte ich Bio-Joghurts gegessen, um meinem Verdauungstrakt bei der Erholung zu helfen und um meinen Darm mit „guten“ Bakterien wiederzubevölkern.

Kürzlich habe ich entdeckt, daß vor langer Zeit, 1989, Joghurt mit Eierstockkrebs in Verbindung gebracht wurde. Dr. Daniel Cramer von der Harvard-Universität studierte hunderte von Frauen mit Eierstockkrebs, und zeichnete detailliert auf wovon sie sich normalerweise ernährten. Ich wünschte ich wäre mir seiner Ergebnisse bewußt geworden, als wir sie das erste mal sahen. Nach Peters und meinen Erkenntnissen bezüglich der chinesischen Kost entschied ich mich, nicht nur Joghurt aufzugeben, sondern sofort auch sämtliche andere Milchprodukte. Käse, Butter, Milch, Joghurt und alles andere das Milcherzeugnisse enthielt, wanderte in den Abfluß oder in den Abfall. Es war überraschend, wie viele Produkte irgendeine Form von Milcherzeugnis enthielten – Fertigsuppen, Kekse und Kuchen inbegriffen. Auch viele Margarine-Marken, die als Soja-, Sonnenblumen- oder Olivenölaufstrich deklariert sind, können Milcherzeugnisse enthalten. Darum wurde ich zu einer aufmerksamen Leserin des Kleingedruckten auf Nahrungsmittelpackungen.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mit Meßschiebern standhaft das Wachstum meines fünften Krebsknotens gemessen und die Ergebnisse aufgezeichnet. Trotz der aufmunternden Kommentare und der positiven Resonanz meiner Ärzte und Krankenschwestern, sagten mir meine eigenen genauen Beobachtungen die bittere Wahrheit.

Meine ersten Chemotherapie-Behandlungen ergaben keinen Erfolg – der Knoten war immer noch gleich groß. Dann eliminierte ich die Milchprodukte, und innerhalb von Tagen begann der Knoten zu schrumpfen. Ungefähr zwei Wochen nach meiner zweiten Chemotherapie-Sitzung und eine Woche nachdem ich Milchprodukte aufgegeben hatte, begann der Knoten in meinem Hals zu jucken. Dann begann er weicher zu werden und in der Größe zu schrumpfen. Die Kurve in meinen Aufzeichnungen, die sich bis dahin nicht geändert hatte, zeigte nun nach unten, als der Tumor kleiner und kleiner wurde.

Und ich bemerkte, und das ist sehr bedeutend, statt exponentiell in einer eleganten Kurve zu sinken wie das bei Krebs erwartet wird, zeichnete der Rückgang des Tumors eine gerade Linie nach unten, was eine Heilung anzeigt und nicht nur eine Unterdrückung oder ein Abklingen des Tumors.

An einem Samstagnachmittag, etwa sechs Wochen nach der Verbannung von Milchprodukten aus meiner Ernährung, übte ich mich eine Stunde in Meditation und tastete dann nach dem Rest des Knotens. Ich konnte ihn nicht finden, obwohl ich sehr erfahren war beim Aufspüren von Krebsknoten – ich habe alle fünf bei mir selbst entdeckt. Ich ging hinunter und bat meinen Mann, meinen Hals abzutasten. Auch er konnte keine Spur des Knotens finden.

Am folgenden Donnerstag hatte ich einen Termin bei meinem Krebsspezialisten im Charing Cross-Krankenhaus in London. Er untersuchte mich gründlich, speziell meinen Hals, wo sich der Tumor befunden hatte. Zuerst war er verwirrt und dann begeistert, als er sagte: „Ich kann ihn nicht finden.“ Keiner meiner Ärzte – so schien es – hätte es erwartet, daß jemand mit meinem Typ und Stadium von Krebs (der eindeutig in das Lymphsystem ausgestrahlt hatte) überlebt, geschweige denn so gesund und rüstig bleibt.

Mein Spezialist war genauso überglücklich wie ich es war. Als wir das erste mal meine Ideen besprachen, war er verständlicherweise skeptisch. Aber ich weiß, daß er jetzt in seinen Vorlesungen Graphiken der Krebssterblichkeit in China benutzt und seinen Krebspatienten eine Ernährung ohne Milchprodukte empfiehlt. Heute glaube ich, daß die Verbindung zwischen Milcherzeugnissen und Brustkrebs ähnlich der Verbindung zwischen Rauchen und Lungenkrebs ist. Ich glaube, daß die Erkenntnis des Verhältnisses von Brustkrebs zu Milchprodukten und die folgende Entwicklung einer Ernährung speziell für die Gesundheit meiner Brust und meines Hormonsystems mich geheilt haben. Es war schwierig für mich zu akzeptieren, wie es auch für Sie sein könnte, daß eine so „natürliche“ Substanz wie Milch solch verhängnisvolle Konsequenzen für die Gesundheit haben kann. Aber ich bin der lebende Beweis dafür.


Quelle und Original: Alternative Health Resources – Newsletter March 2013
Übersetzung: Karfreitagsgrill-Weckdienst

Bemerkung: Dieser Bericht von Dr. Plant ist schon einige Jahre alt, inzwischen wird der Konsum von Milch und Milchprodukten auch in China von der Industrie intensiv propagiert.

Weitere Links:
Homepage von Jane Plant (englisch)
Jane Plants Buch „Das Leben in deiner Hand“ in deutsch bei Buchtips.net

 

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