Monsantos Schadkorn … oder Zensur bei Vorarlberger Presse-Platzhirsch wie in China?

Dees_Monsanto_SkullAm Mittwoch letzter Woche las ich frühmorgens – schlürfend bei einer heißen Tasse Kaffee – unser kleinformatiges Gratis-Klatschblatt, mit dem wir zweimal in der Woche von einem berühmt-berüchtigten Vorarlberger Druckmedien-Monopolisten  zwangsbeglückt werden.

Um den Grips nicht mit zuviel Unnützem zu strapazieren, blätterte ich rasch bis ans Ende zu den Leserbriefen, wo mir dann auch prompt der Kaffee zwischen den Zahnlücken hervorprustete, ob der Aussage eines meiner Mitbürger über die warscheinlich eh schon beschlossene Saatgutverordnung in Brüssel.

Hier dieser Leserbrief im Wortlaut:

Einfältiges Saatgut-Märchen
Jetzt können sie wieder wüten gegen die „Diktatur der EU“, die begeisterten Anhänger einer jeden EU-Horrorgeschichte. Dabei handelt es sich beim angeblichen Verbot von privatem Saatgut lediglich um ein weiteres einfältiges Märchen.
Hobbygärtner dürfen nämlich auch künftig uneingeschränkt säen, pflanzen und tauschen, was sie wollen. Es werden auch keine alten Sorten verboten und keine Gärtner oder Landwirte drangsaliert. Nur für industriell gefertigtes Saatgut sollen strenge Zulassungsregeln gelten. Und dagegen ist im Interesse unserer Gesundheit
nichts einzuwenden.
(Name, Wohnort)

Nachdem ich diesen Brief durchgelesen hatte, staute sich in mir eine Wut auf die Massenmedien – welche ja faktisch durch Falschmeldungen oder bewußtes Ignorieren von Berichten, solche Meinungen in das Bewußtsein unserer Mitmenschen einpflanzen – daß ich mich sofort vor den Computer setzte und eine Antwort auf diesen Leserbrief zu formulieren versuchte.

Hier meine Originalantwort:

Sehr geehrter Herr X., Sie schreiben in Ihrem Leserbrief von Märchen und Horrorgeschichten der EU. Ich muß Sie an dieser Stelle fragen: Schauen Sie noch fern, oder denken Sie schon? Das sollte in keiner Weise beleidigend sein. Ich finde es auch nicht gut, daß immer gleich alles so zerissen wird, aber ich glaube auch nicht gleich alles was die gleich geschalteteten Medien so bringen. Ich denke nach. Fragten Sie sich zum Beispiel schon, wer denn diese „Zulassungsbehörden“ kontrolliert, bzw.deren Finanzgeber sind? Oder wo dieses industriell gefertigte Saatgut schlußendlich hingelangt? Meistens doch in die Tötungsmaschinerie der industriellen Schlachthöfe und dann weiter im Fleisch oder im Speiseöl und dann eben in unsere Körper. Wir sprechen hier immer noch „nur“ von genverändertem „industriell“ gefertigten Saatgut! Und dagegen sollte ich im Interesse unsrerer Gesundheit nichts einzuwenden haben? DenkMal

LiebeGrüße
(Name, Wohnort)
karfreitagsgrill.at

Danke_MassenmedienNun behält sich dieses Medienhaus natürlich das Recht vor, bei zu langen Leserbriefen – über 200 Wörter – diese zu kürzen. Was in meinen Augen auch verständlich ist. Keine Frage.

In meinem Fall haben sie sogar etwaige Schreibfehler verbessert und dafür bin ich dankbar. Das einzige Wort, welches sie entfernt haben, war dieses hier „gleichgeschalteten“ , wobei  ich noch weit innerhalb der 200 Wörter lag.

Hier die zensierte Version:

Sehr geehrter Herr X., Sie schreiben in Ihrem Leserbrief von Märchen und Horrorgeschichten der EU. Ich muß Sie an dieser Stelle fragen: Schauen Sie noch fern, oder denken Sie schon? Das sollte in keinster Weise beleidigend sein. Ich finde es auch nicht gut, daß immer gleich alles so zerissen wird, aber ich ich glaube auch nicht gleich alles was die Medien so bringen. Ich denke nach. Fragten Sie sich zum Beispiel schon, wer denn diese „Zulassungsbehörden“ kontrolliert, bzw. deren Finanzgeber sind? Oder wo dieses industriell gefertigte Saatgut schlußendlich hingelangt? Meistens doch in die Tötungsmaschinerie der industriellen Schlachthöfe und dann weiter ins Fleisch oder ins Speiseöl und dann eben in unsere Körper. Wir sprechen hier immer noch „nur“ von genverändertem „industriell“ gefertigten Saatgut! Und dagegen sollte ich im Interesse unsrerer Gesundheit nichts einzuwenden haben? DenkMal

LiebeGrüße
(Name, Wohnort)
karfreitagsgrill.at

Hier stellt sich mir die Frage, war das Zufall? Die Warscheinlichkeit einer Zensur ist aber gerade durch Entfernen dieses bestimmten Wortes  mit ziemlicher Sicherheit eher gegeben.

Sonnige Grüße
Kollege B.

Für alle die sich noch nicht wirklich Gedanken über Monsanto oder die „Zulassungsbehörden“ Gedanken gemacht haben, hier noch ein aktueller Link der Deutschen Wirtschaftsnachrichten:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/05/01/lebensmittel-wie-monsanto-heimlich-die-eu-unterwandert/


Weiters:
René Gräber – Ein Gentechnik-Konzern und die indischen Selbstmörder
• FinanzNachrichten – DuPont und Monsanto schließen Lizenzvereinbarung für Saatgut
Monsanto, Blackwater, Bill Gates – Krieg gegen die Menschheit

Monsanto_09Marsch gegen Monsanto, 25. Mai 2013
mit besonderem Vorbehalt verlinkt
(sollte jemand mitmachen, bitte keinesfalls Handtuch vergessen)


Außerdem:
Monsanto – mit Gift und Genen
Dokumentation von Marie-Monique Robin, Frankreich 2007, 109 Min. (Arte)

 

Senf dazugeben