Giftgasangriff in Syrien unter falscher Flagge! Vorspiel für einen großen Krieg?

Stephen Lendman | Global Research | 24. August 2013

Syria_Cartoon2Operationen unter falscher Flagge sind ein integraler Bestandteil der verdeckten Kriegsführung der US-Militärgeheimdienste: „Die bewusste Verzerrung der Wahrheit ist eine bewährte Propaganda-Taktik.“

Die offiziell verbreiteten Storys sind erfunden. Sie verfälschen die Realität. Sie stellen die Wahrheit auf den Kopf. Die Zeigefinger deuten in die falsche Richtung. Es sollen Vorwände geschaffen werden für eine Militärintervention, für einen Krieg, für Massenmorde und Zerstörung, für die Besetzung (Syriens), für die Unterdrückung der US-Bevölkerung und andere repressive Maßnahmen im Namen der Staatssicherheit.

Der am Mittwoch erfolgte Giftgasangriff auf Ghouta (Informationen über Ghouta unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ghuta) wirft verstörende Fragen auf. Es muss sich um eine gegen Syrien gerichtete Provokation gehandelt haben, denn es gibt keinerlei Beweise für eine Beteiligung Assads. Schon eine kurze Analyse ergibt: Damit hätte er alles verloren, aber nichts gewonnen.

Schon vorher haben syrische Aufständische wiederholt chemische Waffen eingesetzt. Dafür lagen klare Beweise vor, die von den Charakterlumpen in den (westlichen) Medien aber unterdrückt werden. Wie immer geben sie auch diesmal ihre Lügen als die Wahrheit aus. Das ist schon zur Standardpraxis geworden.

Am 23. August brachte Russia Today einen Bericht mit der Schlagzeile „Gefälschte Beweise, mit denen der Giftgasangriff der syrischen Regierung angehängt werden soll, wurden schon vor dem Vorkommnis verbreitet – sagt Russland“.

Alexander Lukaschewitsch, der Sprecher des russischen Außenministeriums, erklärte:

„Uns liegen neuere Beweise dafür vor, dass dieses Verbrechen eine Provokation ist.“

„So wird vor allem im Internet berichtet, dass die Bilder und Materialien, mit denen die Verantwortung für den Chemiewaffeneinsatz den syrischen Regierungstruppen zugeschoben werden soll, schon mehrere Stunden vor dem behaupteten Angriff im Internet kursierten. Es muss sich also um eine vorbereitete Aktion (der Aufständischen) gehandelt haben.“

Damit solle nur „eine weitere Propaganda-Welle gegen Syrien“ in Gang gesetzt werden. Die „Aufforderung zum Einsatz militärischer Gewalt“, die jetzt auch aus Hauptstädten von EU-Staaten ertöne, sei „inakzeptabel“.

Assad habe sich sehr konstruktiv verhalten, als er bei vorhergehenden Vorkommnissen (wie auch jetzt wieder) die Schauplätze der Giftgasattacken von Experten der Vereinten Nationen untersuchen ließ.

Lukaschewitsch wies darauf hin, dass sich die Aufständischen nicht so kooperativ gezeigt hätten.

„Damit behindern sie eine objektive Untersuchung des behaupteten Chemiewaffeneinsatzes in Syrien, die von mehreren Staaten – auch von Russland – gefordert wird.“

Ebenfalls am 23. August hat die Syrian Arab News Agency (SANA) unter der Schlagzeile „Zwei Anrufe belegen, dass Terroristen chemischen Waffen in Homs eingesetzt haben“ berichtet:

„Aus einem Telefongespräch zwischen einem Terroristen des so genannten ‚Shuhada al-Bayada Bataillon‘ in Homs und Adulbasit, seinem aus Saudi-Arabien stammenden Chef, geht hervor, dass die Terroristen auch in Deir Balba in der ländlichen Umgebung der Stadt Homs chemische Waffen eingesetzt haben.“

„In seinem Telefonanruf, der (als Mitschnitt) im syrischen Fernsehen übertragen wurde, sagte der Terrorist, seine Gruppe, die aus 200 Kämpfern bestehe, sei durch einen Tunnel aus al-Bayadah nach al-Daar al-Kabera geflohen und gab an, dass sie Waffen kaufen wollten, um die Stadt Homs anzugreifen.“

„Der saudische Geldgeber, der sich in Kairo aufhielt, wollte von dem syrischen Terroristen Details über dessen Gruppe wissen; dann sicherte er den Kämpfern, die jetzt bei Daraa in der ländlichen Umgebung von Damaskus agieren, seine Unterstützung zu und teilte mit, wie er ihnen Geld zukommen lassen wolle. Der Terrorist rühmte sich dann noch damit, dass ’sein Bataillon‘ auch schon bei Deir Ballba Chemiewaffen eingesetzt habe.“

„Aus einem anderen Anruf zwischen Terroristen, die sich um den Nachschub kümmern, ging hervor, dass sie zwei Flaschen Sarin-Gas vom Stadtteil Barzeh nach Damaskus hinein bringen wollen.“

Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass die Aufständischen für den Gasangriff am Mittwoch verantwortlich sind. Waren die USA als Komplize daran beteiligt? War es Israel? Waren Schlüsselstaaten der NATO und/oder feindliche Nachbarstaaten (Syriens) daran beteiligt?

War der Gasangriff von Ghouta nur das Vorspiel für ein direktes militärisches Eingreifen der USA, der NATO und/oder Israels?

Bereits im Juni hatten Vertreter der Obama-Administration den syrischen Regierungstruppen den Einsatz von Chemiewaffen unterstellt (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_13/LP08413_280613.pdf). Jetzt machen sie Assad erneut für den Gasangriff auf Ghouta verantwortlich, ohne irgendwelche Beweise dafür vorlegen zu können.

Am 22. August sagte Jennifer Psaki, die Sprecherin des US-Außenministeriums, Syrien habe die rote Linie überschritten, die Obama gezogen habe.

Deshalb erwäge Obama jetzt „mit seinen nationalen Sicherheitsberatern eine Reihe von Optionen“.

„Geeignete Schritte werden auch mit wichtigen Verbündeten beraten.“

Auf die Frage, ob die US-Regierung auch über ein direktes Eingreifen nachdenke, sagte sie, in Syrien werde nur getan, was den US-Interessen diene, und die Überschreitung der roten Linie spiele bei den Überlegungen natürlich eine Rolle.

Obama und (sein Außenminister) John Kerry wollten „so schnell wie möglich alle Fakten auf dem Tisch haben“.

Obamas rote Linie war schon immer „der Einsatz von Chemiewaffen“.

Die Sprecherin fügte hinzu, wenn sich Berichte über einen Gasangriff auf Ghouta als wahr erweisen würden, sei das „ein schlagender und unwiderlegbarer Beweis dafür, dass das (Assad-)Regime Chemiewaffen einsetze“.

Am 21. August berichtet das Wall Street Journal unter der Überschrift „Die USA verdächtigen Syrien, Giftgas eingesetzt zu haben“:

„Die USA sehen ’starke Anzeichen‘ dafür, dass die syrische Regierung bei den Angriffen am Mittwochmorgen Chemiewaffen eingesetzt hat; nach Behauptungen von Oppositionsgruppen sollen dabei mehr als 1.100 Menschen getötet worden sein.“

Ein nicht genannter höherer Vertreter der US-Regierung sagte:

„Es gibt starke Anzeichen für einen Gasangriff, den natürlich die Regierung (Syriens) zu verantworten hat.“

„Wir müssen aber alle Hinweise mit der gebührenden Sorgfalt prüfen, bevor wir uns entscheiden, welche Schritte wir unternehmen müssen.“

Zu den erwogenen Optionen gehören u. a. Angriffe mit Marschflugkörpern, Luftangriffe und grenzüberschreitender Artilleriebeschuss.

Ein ungenannter führender Vertreter der Obama-Regierung sagte: „Wir sind gespalten in solche, die sofort handeln wollen, und solche, die meinen, jetzt wäre ein ganz schlechter Zeitpunkt zum Handeln.“ Er nannte aber keine Namen.

Weder Washington noch einer seiner EU-Verbündeten hätten den Beweis einer „Smoking Gun“ (eines rauchenden Colts), fügte er hinzu. Die Geheimdienste hätten nur viele Indizien dafür, dass in Ghouta Chemiewaffen eingesetzt wurden.

Stars and Stripes, eine offizielle Publikation des US-Verteidigungsministeriums, berichtete, führende Vertreter der USA hätten sich noch nicht auf eine Reaktion auf Ghouta einigen können:

„Führende Militärs haben sogar vor einer begrenzten Aktion gegen Syrien gewarnt. Dempsey, der Chef des US-Generalstabs, teilte in dieser Woche einem Kongressabgeordneten in einem Brief mit, das US-Militär könne jederzeit Assads Luftwaffe ausschalten und damit der bewaffneten Opposition Vorteile verschaffen.“

„Damit würden die USA aber in einen Krieg hineingezogen, für dessen weiteren Verlauf sie keine Strategie hätten.“

Jeffrey White, der früher der Defense Intelligence Agency (DIA – der übergeordnete Geheimdienst der US-Streitkräfte, s. http://de.wikipedia.org/wiki/Defense_Intelligence_Agency) als Analyst für den Mittleren Osten gedient hat und jetzt für das pro-israelische Washington Institute for Near East Policy (WINEP – weitere Infos dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Washington_Institute_for_Near_East_Policy) arbeitet, sagte:

„Falls es wirklich einen groß angelegten Gasangriff (der syrischen Regierungstruppen) gegeben haben sollte, zeigt das, dass sich das (Assad-)Regime von Erklärungen aus Washington nicht beeindrucken lässt.“

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte, „alle roten Linien seien überschritten“ und drängte auf ein direktes Eingreifen.

Auch Israel zeigte mit Fingern in die falsche Richtung. Es machte Syrien für den Angriff am Mittwoch verantwortlich. Netanjahu sagte, wenn Assad nicht dafür bestraft werde, würde auch der Iran zur Entwicklung von Atomwaffen ermutigt.

„Syrien ist zum Testgelände des Irans geworden, und der Iran beobachtet genau, wie die Welt auf die Gräueltaten seines Satellitenstaates Syrien reagiert,“ äußerte er und fügte hinzu:

„Diese Ereignisse zeigen wieder einmal, dass wir den gefährlichsten Regimen der Welt nicht erlauben dürfen, die gefährlichsten Waffen der Welt zu besitzen.“

Auch der französische Außenminister Laurent Fabius erklärte „die internationale Gemeinschaft“ müsse reagieren und drängte auf einen Militäreinsatz.

Am 22. August berichtete die Voice of Russia unter der Überschrift „Der Chemiewaffen-Angriff ist ein schmutziges Manöver der syrischen Opposition“:

„Russland klagt die militante Opposition an. Assad hat nichts mit (dem Gasangriff in) Ghouta zu tun. Alle gegen ihn gerichteten Vorwürfe sind gegenstandslos. Es gibt keine Tatsachen, die dafür sprechen.“

Der Angriff auf Ghouta war eine „arrangierte Provokation“. Es war nicht die erste und wird auch nicht die letzte sein.

Das russische Außenministerium erklärte:

„Am frühen Morgen des 21. August wurde eine in Eigenbau hergestellte Rakete mit einem noch nicht identifizierten Giftgas auf Ghouta abgeschossen; sie kam aus einer Position, die von den militanten Aufständischen gehalten wird.“

„Eine ähnliche Rakete haben die Terroristen bereits am 19. März dieses Jahres bei Khan al-Asal (in der Nähe von Aleppo) eingesetzt.“

Professor Gennadi Prostakischin vom All Russian Center of Disaster Medicine (vom Gesamtrussischen Zentrum für Katastrophenmedizin) sagte:

„Ich weiß nicht, ob es in Syrien überhaupt Sarin gibt. Erinnern Sie sich, was Saddam Hussein vorgeworfen wurde.“

„Die US-Amerikaner haben behauptet, er habe Sarin und andere Giftgase. Gefunden wurde aber überhaupt nichts. Das wird wahrscheinlich in Syrien genau so sein.“

Sergei Demdenko, ein Experte des (russischen) Institute of Strategic Assessments and Analysis, äußerte:

„Die Opposition hat nichts zu verlieren. Weil sie nicht gewinnen kann, tut sie alles, um den Westen in den Konflikt hineinzuziehen; mit allen Mitteln versucht sie, die Welt davon zu überzeugen, dass sie gegen ‚ein blutbesudeltes, barbarisches Regime‘ kämpft.“

Nach dem Gasangriff hätten Fernsehkanäle, die von Unterstützern der Opposition finanziert werden, sofort Assad dafür verantwortlich gemacht:

„Das war ein abgekartetes Spiel. Kurz nachdem die USA erklärt hatten, dass sie bei dem Einsatz von Chemiewaffen in Syrien eingreifen würden, hatte der in Katar angesiedelte Fernsehsender Al-Jazeera diese Waffen bereits entdeckt.“

„Als die Experten der Vereinten Nationen in Syrien ankamen, um zu überprüfen, ob Chemiewaffen eingesetzt worden waren, berichtete der saudi-arabische Fernsehsender Al Arabiya sofort, dass syrische Regierungstruppen sie eingesetzt hätten. Beweise dafür wurden nicht erbracht.“

In den USA und in Europa läuft das genau so. Die Medien verbreiten nur faustdicke Lügen. Ob es zu einem umfassenden Krieg kommt, bleibt abzuwarten.

Washington scheint es darauf anzulegen. Am 22. August berichtete die Londoner Zeitung The Guardian unter der Überschrift „Krise in Syrien: Die USA führen Gespräche, weil die Besorgnis über den Einsatz von Chemiewaffen wächst“:

„In Washington wurden am Donnerstag hektische Gespräche mit Diplomaten geführt, in denen es um mögliche Aktionen gegen die syrische Regierung ging, die zunehmend verdächtigt wird, Chemiewaffen eingesetzt zu haben.“

(US-Außenminister) John Kerry führte am Donnerstag „sieben Telefongespräche mit ausländischen Partnern, nachdem er an einer Beratung des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus teilgenommen hatte“.

„Das britische Außenministerium bestätigte, dass Kerry mit (dem britischen Außenminister) William Hague gesprochen hat. Ein Sprecher lehnte ab, sich über den Inhalt des Anrufs zu äußern.“

„Die Sprecherin des britischen Außenministeriums erklärte, Großbritannien schließe bei seiner Antwort auf das jüngste Massaker keine Option aus.“

Am 22. August berichteten die Redakteure von (der französischen Zeitung) Le Monde unter der Schlagzeile „Syrien, Empörung reicht nicht“:

„Schrecklich symbolhaft: Ein Verbrechen mit Chemiewaffen wurde nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt begangen, in der zwei Tage vorher ein Untersuchungsteam der Vereinten Nationen eintraf.“

„Abgesehen von den Horrorszenen, die sich dort abgespielt haben, ist das, was gerade in Syrien stattgefunden hat, auch eine schlimme Erniedrigung der Vereinten Nationen.“

„Bashar al-Assad ist ein scharfer Beobachter der internationalen Szene. Er hat sicher bemerkt, dass der wiederholte Chemiewaffeneinsatz seiner Truppen in den letzten Monaten nur schwache Reaktionen im Ausland hervorgerufen hat.“

„Die USA und die europäischen Staaten – einschließlich Frankreichs – haben bisher nur mit einer Militäraktion gedroht.“

„Angesichts eines Verbrechens, das als ’syrisches Halabdscha‘ bezeichnet werden könnte, reichen Worte der Empörung nicht mehr aus.“
(Im März 1988 starben bei einem Giftgas-Angriff der irakischen Luftwaffe auf die von Kurden bewohnte irakische Stadt Halabdscha zwischen 3.200–5.000 Menschen, weitere Infos dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Giftgasangriff_auf_Halabdscha.)

Im Laufe des nun schon fast zweieinhalb Jahre dauernden Konflikts begingen die vom Westen unterstützten Aufständischen zahlreiche Gräueltaten. Obwohl man sie oft auf frischer Tat ertappt hat, wurde immer Assad für ihre Verbrechen verantwortlich gemacht.

Das geschieht auch jetzt wieder, obwohl es keinerlei Beweise dafür gibt, dass die syrische Regierung für den Gasangriff auf Ghouta verantwortlich ist. Das ist (dem Westen) völlig egal. Es bleibt abzuwarten, ob jetzt eine größere Intervention der USA, der NATO und Israels erfolgt.

Stephen Lendman lebt in Chicago. Er ist über lendmanstephen@sbcglobal.net zu erreichen.


Luftpost: Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in runden Klammern und Hervorhebungen versehen.

Es bleibt noch nachzutragen, dass die nach Syrien entsandten UN-Experten nur feststellen dürfen, ob Giftgas eingesetzt wurde, aber nicht, wer es eingesetzt hat. Wenn sie – was zu erwarten ist – den Giftgaseinsatz bestätigen, werden die USA, Großbritannien und Frankreich losschlagen, und die Bundesrepublik Deutschland wird sich nach den jüngsten kryptischen Äußerungen unseres Außenministers Westerwelle wohl aktiv an diesem völkerrechtswidrigen, nach Artikel 26 unseres Grundgesetzes verbotenen Angriffskrieg gegen Syrien beteiligen. Mit einem Überfall auf Syrien lassen sich auch die illegalen Abhörpraktiken der NSA und des GCHQ, die Wirtschaftsprobleme Frankreichs und die deutschen Affären um die NSU und die Drohne Euro Hawk aus den Schlagzeilen verdrängen.

Infos über Stephen Lendman sind aufzurufen unter
http://www.tlaxcala-int.org/biographie.asp?ref_aut=325&lg_pp=de.


Originalartikel:
Global Research | False Flag Chemical Weapons Attack on Syria. Pretext for All Out War?
Vielen Dank für die Übersetzung:
Luftpost Kaiserslautern

 

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