Liebe Welt, die Amerikaner wollen keinen Krieg mit Syrien

Offener Brief an die Bürger der Welt über unsere kriegstreibende Regierung

Eric Blair | Activist Post | 25. August 2013

Liebe Welt,

Soldier_Flag_germanwährend sich die US-Regierung ihren Weg in einen neuerlichen agressiven Krieg fabriziert, diesmal in Syrien, kann ich verstehen, warum ihr das vielleicht den durchschnittlichen Amerikanern übelnehmt, weil wir eine Fortsetzung dieses Weges in den Krieg erlauben.

Nachdem Gaddafis Leiche durch die Straßen von Libyen geschleift wurde, hat euch unsere Außenministerin mit einem dämonischen Grinsen erzählt: „Wir kamen. Wir sahen. Er starb.“ Ich kann es verstehen, daß sie uns wie blutrünstige Gangster aussehen lassen.

Ihr glaubt vielleicht, wir sind alle mit diesen endlosen Kriegen und illegalen Drohnenangriffen einverstanden. Ihr denkt vielleicht, wir billigen die unbefristeten Inhaftierungen oder das Foltern unserer Mitmenschen. Ihr meint vielleicht, wir akzeptieren die Errichtung des globalen Polizeistaats und Überwachungsnetzes mit unseren Steuergeldern. Ihr glaubt vielleicht, wir unterstützen die überhebliche Anmaßung unserer Regierung, die Welt zu erobern. Ihr haßt uns vielleicht dafür.

Trotz allem, was euch auf dem Bildschirm erzählt wird, sind die Taten unserer Regierung für uns nicht in Ordnung. Unsere Regierung ist komplett bösartig geworden. Sie repräsentiert uns nicht. Wir teilen ihre Begeisterung für das Blutvergießen nicht. Wir sind davon angewidert.

Wie ihr, wollen wir einfach ein friedvolles und erfülltes Leben mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft für unsere Kinder. Wir wollen Spaß, Frieden, Liebe und die Freiheit, unsere Träume zu erfüllen. Offensichtlich repräsentiert unsere Regierung diese Werte nicht, weil wir nicht über sie bestimmen. Sie bestimmt über uns.

Obama_Game_of_DronesUnsere Repräsentanten haben vor langer Zeit aufgehört, unsere Wünsche zu repräsentieren. Sie hören auf den höchsten Bieter, bei dem es sich zufällig um den militärisch-industriellen Komplex und dessen internationale Finanziers handelt. Ihr Durst nach Blut ist zu stark für unser politisches System, um ihn friedlich zu stoppen. Sie operieren im Dunkeln und sind für uns nicht zurechenbar.

Es wird uns erzählt, daß unser Präsident sich mit seiner Kriegsbande trifft, um einen Angriff auf Syrien abzuwägen, ein weiterer souveräner Staat, der niemals Amerikaner verletzt hat oder auch nur damit gedroht hat – genau wie ihre anderen Opfer der letzten Zeit.

Obwohl die Amerikaner früher zur Unterstützung solcher Bemühungen getäuscht wurden, hat sich das Argument verbraucht, daß unser Militär „da drüben“ unsere Freiheit verteidigt. „Da drüben“ war niemals eine Bedrohung unserer Freiheit. Unsere Freiheit wurde von genau den selben Leuten zerstört, die uns diese Lüge verkaufen. Wir wissen das jetzt.

Ganz ähnlich hat sich auch die „humanitäre“ Ausrede abgenutzt. Niemand kann ernsthaft behaupten, daß die „Humanität“ innerhalb der Grenzen von Afghanistan, Irak, Libyen, Pakistan und anderen durch unsere militärische Intervention verbessert worden ist.

Konsequenterweise stellen sich die meisten Amerikaner vehement gegen diese oder irgend eine andere Eskalation dieses ewigen Krieges gegen den Terror.  Wir wollen nicht noch mehr Krieg im Nahen Osten oder sonstwo. Das amerikanische Volk will Frieden.

Dieser Bericht von Associated Press über Obamas syrische Kriegsintrigen enthält keine Kommentare, die ein militärisches Eingreifen unterstützen. Nicht einen einzigen. Stattdessen webt der Bericht eine Geschichte über Zynismus, Verschwörung und Korruption. Er zeigt, daß die Amerikaner zusehends aufwachen.

Wir wissen, daß der „Krieg gegen den Terror“ als Ausrede für die Errichtung eines globalen Gefängnisses dient, in dem eine kleine Bande die Ressourcen, die Konzerne, das Geld, die Regierungen, die Presse, das Internet und die Menschen kontrolliert. Wir wissen, daß sie genau diejenigen Terroristen finanziert und bewaffnet, mit denen sie den ganzen Plan rechtfertigen. Und wir wissen, daß sie sich um Amerika keinen Dreck mehr scheren als um eure Nation.

Lets_do_itIhre Propaganda funktioniert bei uns nicht mehr. Sie können sich nicht mehr hinter den Etiketten der Politik verstecken. Sie können sich nicht mehr hinter geopolitischen Vereinigungen und Konzernen verstecken. Sie können sich nicht mehr verbergen hinter Religionen oder „humanitären“ Organisationen. An ihren Taten werden wir sie erkennen.

Eine heute veröffentlichte Reuters-Umfrage ergab, daß nur 25% der Amerikaner eine militärische Intervention in Syrien unterstützen würden, und auch nur wenn bewiesen wird, daß Assad chemische Waffen benutzt hat – was ganz klar immer noch zur Diskussion steht.

Es gibt so gut wie keine Unterstützung für diesen Krieg. Falls er stattfinden sollte, seid euch bitte bewußt, daß er nicht dem Willen des amerikanischen Volkes entspricht.

Wir stehen mit euch – unseren menschlichen Brüdern und Schwestern – für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für diese globale Bedrohung.

In Solidarität und mit Liebe.


Quelle und Original: Activist Post | Dear World, Americans Don’t Want War With Syria
Übersetzung: Karfreitagsgrill-Weckdienst

Pink Floyd – The Dogs of War