Neue Regelungen für Marihuana in den USA: Zeichen für das Ende der Irreführung über die nützlichste Heilpflanze der Welt

„Glaubt ihr wirklich immer noch, die Natur hätte solche Fehler gemacht?“

Hemp_01Es wird Zeit, daß sich der Karfreitagsgrill-Weckdienst einer weiteren, in den Köpfen eines Großteils der Bevölkerung fest verankerten Lüge entgegenstellt: Die allgegenwärtige Verteufelung der Hanfpflanze in der Propaganda der Massenmedien. Jahrtausendelang wurden sämtliche Teile dieser wahren Allzweckpflanze auf fast der ganzen Welt in allen möglichen Verwendungsgebieten verwertet, bis sie – natürlich zufälligerweise mit Aufkommen der großen Erdöl-, Pharma-, Papier- und Nahrungskonzerne – auf ihre Verwendung als Rauschmittel reduziert und damit vollkommen diskreditiert wurde.

Daß aus dieser hübschen Pflanze neben äußerst gesunden Nahrungsmitteln und nützlichen Medikamenten auch Papier, Textilien, Plastik oder Baustoffe hergestellt werden können, die darüber hinaus auch noch biologisch restlos abbaubar sind, wurde von Industrie, Politik und Medien jahrzehntelang geflissentlich unter den Teppich gekehrt. Wer weiß schon, daß Henry Ford die Karosserie seines „Ford T“ aus Hanfmaterial herstellte, oder daß im Vergleich zur Papiergewinnung aus Holz auf der gleichen Fläche mit jährlich nachwachsendem Hanf die vierfache Menge davon hergestellt werden kann?

Als ersten Beitrag aus dieser Thematik bringen wir hier einen Artikel von Marco Torres, der die kürzlich erfolgte Legalisierungswelle in den USA Inc. behandelt und die wichtigsten Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis in der Medizin aufzeigt.


Marco Torres | Prevent Disease | 1. September 2013

pot-power-4Mehr als ein Dutzend US-Staaten haben den Besitz von Marihuana nun vollständig entkriminalisiert, in Colorado und in Washington wurden auch der Verkauf, der Transport und die Kultivierung der Pflanze legalisiert. Einer Entscheidung der Bundesregierung von Donnerstag zufolge könnte das bald im gesamten Bundesgebiet der Fall sein.

In einem historisch wichtigen Moment in der US-amerikanischen Geschichte wurde Colorado im letzten November der erste Bundesstaat, der Marihuana für den Freizeitgebrauch legalisierte. Diese Entscheidung könnte sich bald auf das gesamte Bundesgebiet auswirken und bietet die größten Chancen, Millionen über die wichtigsten medizinischen Vorteile von Marihuana endlich aufzuklären.

Mit der Annahme der Initiative 502 bei den Wahlen von 2012 im Bundesstaat Washington wurde Marihuana auch dort legalisiert – nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch für den Freizeitgebrauch – und Alaska, Kalifornien, Connecticut, Maine, Massachusetts, Nevada, New York, Nebraska, North Carolina, Ohio, Oregon und Vermont haben allesamt den Marihuanabesitz entkriminalisiert.

In allen anderen Staaten ist der Konsum und Verkauf immer noch illegal, wenngleich einige kleinere und größere Städte kommunale Gesetze verabschiedet haben, die Marihuana entweder entkriminalisieren oder dessen Priorität für Exekutivbeamte herabsetzen.

In vielen Staaten gibt es Bewegungen für eine Legalisierung von Gras und in vielen anderen wurden Gesetzesentwürfe für eine Legalisierung vorgelegt.

Für eine Übernahme der Systeme von Colorado und Washington müssten andere Staaten zuvor Legalisierungsgesetze durch ihre Abstimmungen oder ihre Parlamente bringen, was noch eine Herausforderung darstellen könnte.

Nachdem Washington und Colorado die Gesetze zum Konsum und Verkauf von Marihuana für über 18-jährige im November 2012 verabschiedet hatten, warteten die Gesetzgeber beider Staaten ab, ob die Bundesregierung nun die Durchsetzung ihrer Bundesgesetzgebung gegen das Cannabis in ihren Staaten weiter verfolgen würde.

Sowohl Colorado als auch Washington hatten daran gearbeitet, Regelungen zur Lizenzierung und Besteuerung von Marihuanazüchtern und -Einzelhändlern zu entwerfen, achten aber sorgsam darauf, ob die Staatsanwälte der Bundesregierung sie dafür verfolgen werden. Als die ersten Bundesstaaten, die Gras legalisieren, müssen sie nun erst einmal ein System zur Regulierung finden.

Regelungen signalisieren das nahende Ende der Marihuana-Prohibition

Hemp_Cartoon01_germanLetzten Donnerstag gab das US-Justizministerium bekannt, daß es Verstöße gegen Bundesgesetze über den Marihuana-Gebrauch nicht verfolgen würde, wenn es unter den Gesetzen eines einzelnen Bundesstaates legal wäre – ein Schritt, der das Ende der langen Gras-Prohibition des Landes signalisieren könnte. „Es sieht sicher nach einem potentiellen Anfang des Endes aus“, sagte Paul Armantano, Vizedirektor der Gras-Lobby-Gruppe „NORML“.

Das vom Justizministerium an die Staaten verschickte Memo besagte, daß solange die Staaten umfassende Regelungen über den Marihuana-Gebrauch träfen, gäbe es für ein Einschreiten der Bundesregierung in den Staaten keinen Anlaß. Diese Entscheidung erspart dem Justizministerium, seine begrenzten Ressourcen zur Verfolgung von Individuen einzusetzen, die Marihuana anbauen oder konsumieren.

„Dieses Memo scheint eine Botschaft an die Staaten über die Anerkennung der Tatsache darzustellen, daß eine Mehrheit der Öffentlichkeit und in einigen Staaten auch ein Großteil der Gesetzgeber diesen Weg des Cannabis-Verbots nicht mehr verfolgen will, und lieber mit verschiedenen Regulierungen für Lizenzen und den Einzelverkauf von Cannabis experimentieren würde“, sagte Armantano.

Noch 2011 hatte die Bundesregierung mitgeteilt, daß Marihuana keinen akzeptierten medizinischen Nutzen hätte und seine Einstufung als hochgefährliche Droge wie Heroin beibehalten werden sollte. Die Akzeptanz und die Förderung der mächtigen gesundheitsfördernden Vorteile von Marihuana hätten einen sofortigen Einschnitt der riesigen Profite in der Krebsbehandlung bedeutet, und die Vereinigten Staaten hätten zugeben müssen, daß sie die Bevölkerung grundlos ins Gefängnis steckt – annähernd die Hälfte aller Verhaftungen aufgrund von Drogendelikten erfolgen wegen Marihuana.

Laut Richard Cowan, dem Herausgeber von MarijuanaNews.com, ist der Grund dafür die Bedrohung der Cannabis-Prohibition: „… es gibt wirklich massive Beweise dafür, daß die Unterdrückung von medizinischem Cannabis das größte Versagen der Institutionen in einer freien Gesellschaft repräsentiert – Medizin, Journalismus, Wissenschaft und unserer fundamentalen Werte.“

Obwohl Colorado und Washington ihre Gesetzgebungen bisher noch nicht fertiggestellt haben, werden voraussichtlich beide Staaten Lizenzen sowohl an Farmer verkaufen, die Marihuana anpflanzen wollen, als auch an Verarbeitungsbetriebe und Einzelhändler. Auch wird das Cannabis wahrscheinlich in jeder Phase besteuert werden – beim Anbau, bei der Verarbeitung und beim Verkauf.

„Sowohl in Colorado als auch in Washington wurde die Legalisierung von Bürgern ohne Beteiligung der gewählten Repräsentanten vorangetrieben, bis diese der Initiative mit einer Verabschiedung der Gesetze nachgeben mussten. Ich erwarte auch in anderen Staaten ähnliche Initiativen – eine neue in Kalifornien zum Beispiel – und etwa die Hälfte der Staaten lassen diese zu, die restlichen nicht.

Hemp_illegal_germanIn den Staaten mit den entsprechenden Initiativen verspreche ich mir Bemühungen, daß sie zur Abstimmung gelangen. In den anderen wird es viel schwieriger. Es ist schwer, die gewählten Repräsentaten dazu zu bringen.“ sagte Collins.

Armantano ist hinsichtlich einer Weiterverbreitung der Gras-Legalisierung optimistischer. Er verglich die Bekanntgabe des Justizministeriums mit den Aktionen der US-Regierung gegen Ende der Alkoholprohibition in den 1930er Jahren. Damals hatten Staaten beschlossen, das Verbot des Alkoholverkaufs zu ignorieren und die Bundesregierung hatte mitgeteilt, daß sie die Verstöße in den Einzelstaaten nicht mehr verfolgen werde.

„Wir haben nun zum ersten Mal eine klare Mitteilung der Bundesregierung, daß sie den Staaten nicht mehr im Weg stehen wird, die alternative Regelungen anstelle von bundesweiten Verboten umsetzen wollen.“, sagte Armantano.

Er sagte voraus, daß innerhalb der nächsten ein bis drei Jahre fünf oder sechs weitere Staaten dem Beispiel von Colorado und Washington bei der Cannabislegalisierung folgen und damit den Weg für den Rest des Landes bereiten könnten.

Das Ende der Ära der Irreführung

2003 erteilte die US-Regierung ein Patent auf Cannabinoide, das vom Gesundheitsministerium eingebracht wurde. Der Grund dafür? Die Erforschung der Cannabinoide ermöglichte es pharmazeutischen Firmen, praktisches Wissen über eines der potentesten Antioxidantien und Neuroprotektive zu erwerben, das aus der Natur bekannt ist.

Das US-Patent 6630507 wurde initiiert, als Forscher herausgefunden hatten, daß Cannabinoide spezielle antioxidative Eigenschaften besitzen, die sie bei der Behandlung und zur Prophylaxe einer Vielzahl von mit Oxidation assoziierten Krankheiten nützlich machten, so etwa bei ischämischen, altersbedingten und entzündlichen Krankheiten oder Autoimmunerkrankungen. Es stellte sich heraus, daß Cannabinoide gezielt als Neuroprotektivum eingesetzt werden können, beispielsweise um neurologische Schäden nach Schlaganfällen oder Verletzungen zu begrenzen oder bei der Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson und HIV-assoziierter Demenz. Nicht psychoaktive Cannabinoide wie in Cannabisöl sind in der Anwendung besonders hilfreich, weil sie die bei psychoaktiven Cannabinoiden auftretende Toxizität nicht besitzen, die bei anderen Anwendungsmethoden nützlich sein kann.

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Abgesehen von den unten aufgeführten 10 medizinischen Vorteilen, die im Journal PLoS ONE veröffentlicht wurden, haben Forscher nun entdeckt, daß cannabisähnliche Chemikalien jene Rezeptoren in menschlichen Immunzellen anregen, die einen Typ von immunschwächendem Virus (HIV) beim Menschen unmittelbar blockieren können, der bei fortgeschrittenem AIDS gefunden wird.

Kürzlich durchgeführte Studien konnten sogar zeigen, daß sie ein effektives atypisches Anti-Psychotikum bei der Behandlung von Schizophrenie sein können, eine Krankheit, die widersprüchlich dazu laut vieler anderer Studien durch sie verursacht werden soll.

Die 10 wichtigsten medizinischen Vorteile von Marihuana

1. Krebs
Cannabinoide, die aktiven Komponenten von Marihuana, hemmen das Wachstum von Tumoren in Labortieren und töten auch Krebszellen ab. Westliche Regierungen haben das seit langer Zeit gewußt und setzen die Unterdrückung dieser Informationen trotzdem fort, sodaß die Cannabis-Prohibition und damit die von der Drogenindustrie generierten Profite weiterbestehen können.

THC, das auf die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 abzielt, ähnelt in seiner Wirkung den Endocannabinoiden, die im Körper natürlich produziert werden und diese Rezeptoren aktiviert. Die Forscher wiesen darauf hin, daß THC oder andere nachgebildete Wirkstoffe, die diese Rezeptoren anregen, auf gezielte Weise bei der Behandlung von Lungenkrebs angewendet werden können.

2. Tourette-Syndrom
Das Tourette-Syndrom ist eine neurologische Störung, die durch unkontrollierbare Gesichtsgrimassen, Muskelzucken und unfreiwillig ausgestoßene Geräusche wie Grunzen, Schnaufen und auch Schimpfworte charakterisiert wird.

Dr. Kirsten Mueller-Vahl von der Medizinischen Universität Hannover in Deutschland leitete ein Team, das die Effekte von Cannabinol bei 12 erwachsenen Tourette-Patienten erforschte. Eine einzige Dosis Cannabinol konnte im Vergleich mit Placebo eine signifikante Reduktion der Symptome über mehrere Stunden produzieren, berichteten die Forscher.

3. Krampfanfälle/Epilepsie
Marihuana besitzt muskellösende und antispasmische Eigenschaften, die sich als sehr effektive Behandlungsmethode bei Krampfanfällen erwiesen haben. Tatsächlich gibt es zahllose Fälle von Anfallpatienten, die ihren Zustand nur durch die Anwendung von Marihuana verbessern konnten.

4. Migräne
Seit Marihuana in Kalifornien für medizinische Zwecke legalisiert wurde, berichteten Ärzte von Verbesserungen in über 300.000 Migräne-Fällen mit Cannabis, die mit konventionellen Medikamenten nicht erreicht werden konnten.

5. Glaukom
Am besten dokumentiert sind Behandlungen mit Marihuana bei Grünem Star. Es gibt keine einzige bestätigte Studie, die die sehr wirksamen und bekannten Effekte von Marihuana bei Glaukom-Patienten widerlegt.

6. Multiple Sklerose
Die Wirkungen von Marihuana bei Patienten mit Multipler Sklerose wurden besser bekannt, als der ehemalige Fernsehmoderator Montel Williams begann, seine MS mit Cannabis zu behandeln. Cannabis kann die neurologischen Beeinträchtigungen und Muskelspasmen stoppen, die durch die folgenschwere Krankheit verursacht werden.
7. ADS und ADHS
Eine gut dokumentierte Studie an der Universität von Südkalifornien (USC) vor ungefähr einem Jahr konnte zeigen, daß Marihuana nicht nur eine perfekte Alternative zu Ritalin ist, sondern die Krankheit auch ohne irgendwelche negativen Nebenwirkungen behandeln kann, die bei dem Medikament auftreten.

8. Reizdarmsyndrom und Morbus Crohn
Marihuana hat sich als hilfreich bei Symptomen dieser chronischen Krankheiten erwiesen, weil es Brechreiz, Unterleibsschmerzen und Durchfall stoppen kann.

9. Alzheimer
Trotz allem was Sie vielleicht über die Auswirkungen von Marihuana auf das Gehirn gehört haben, konnte das Scripps-Institut 2006 nachweisen, daß das THC im Cannabis die Alzheimer-Krankheit aufhalten kann, indem es die verursachenden Depots im Gehirn blockiert.
10. Prämenstruelles Syndrom
Genau wie bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms kann Marihuana dazu benutzt werden, die Krämpfe und Beschwerden bei PMS einzudämmen. Die Verwendung von Marihuana bei PMS kann tatsächlich bis zu Königin Viktoria zurückverfolgt werden.

Zunehmend Beweise für rohes Cannabis als optimale Lösung

Hemp_02Cannabinoide können Krebs verhindern, Herzanfälle um 66% und insulinabhängige Diabetes um 58% reduzieren. Der „Cannabis-Arzt“ Dr. William Courtney empfiehlt die Einnahme  von 4 bis 8 Unzen (113,4 bis 226,8 Gramm) rohem Saft der Blüten und Blätter von jeglichen Hanfpflanzen, 5 mg Cannabidiol (CBD) pro Kilogramm Körpergewicht, einen Salat aus Hanfsamen-Sprösslingen und 50 mg THC in 5 Einzeldosen pro Tag.

Warum roh? Hitze zerstört bestimmte Enzyme und Nährstoffe in den Pflanzen. Die Einnahme von rohem Cannabis gewährleistet ein höheres Vorkommen dieser Bestandteile. Diejenigen, die größere Mengen Cannabis ohne die psychoaktiven Effekte benötigen, müssen nicht weiter suchen als bis zu rohem Cannabis. In diesem Zustand kann es mit bis zu 60-fach höherer Toleranz verwendet werden als bei Erhitzung. Rohes Cannabis wird von vielen Experten als essentielles Nahrungsmittel betrachtet. Als mächtiges Antioxidiant und Mittel gegen Entzündungen könnte es gleichwertig zu Knoblauch und Gelbwurz sein.

Quellen:
scribd.com
bigbudsmag.com
wikipedia.org
abcnews.go.com
berkeleypatientscare.com
washingtonpost.com
about.com
safeaccess.ca

Marco Torres
ist Forschungsspezialist, Schriftsteller und Verbraucherberater für gesunde Lebensweise. Er besitzt Diplome im Gesundheitswesen und in Umweltwissenschaften und ist professioneller Referent für Themen wie Krankheitsvorsorge, Umweltgifte und Gesundheitspolitik.


Quelle und Original: Prevent Disease | New Marijuana Ruling Shows The Age of Deception …
Übersetzung: Karfreitagsgrill-Weckdienst

Filmvorschlag: Hanf – das Milliarden-Dollar-Kraut


Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=quMRjV9q9wc

 

Senf dazugeben