Wozu braucht die NASA eine Polizei-Spezialeinheit? Um Mondstaub von Pensionisten zu rauben!

Titelbid "Police State USA"
Police State USA | 5. September 2013

Bild: NASA-Selbstdarstellung (Quelle: www.tactical-life.com)

NASA-Selbstdarstellung
(Quelle: www.tactical-life.com)

Ein kürzlich erfolgter Waffenankauf der NASA erregte das Interesse einiger meiner Leser und verursachte Anfragen wie „Was macht die NASA mit Sturmgewehren?“. Im Amerika nach 9/11 kommt keine Bundesbehörde, die etwas auf sich hält – von der Umweltschutzbehörde bis zum Bildungsministerium – ohne ihr eigenes SWAT-Team (Polizei-Spezialeinheit, Anm.) aus. Seit einiger Zeit kann man einen starken Trend zur Militarisierung der Exekutive beobachten – falls das eine Neuigkeit für Sie sein sollte, wird es Zeit sich zu informieren. Ja, selbst die NASA hat ihr eigenes SWAT-Team, und einige von dessen Aufgaben könnten Sie überraschen, wie etwa die militärische Geländeabsicherung und das Berauben von Großmüttern, die dekorative Briefbeschwerer als Erbstück besitzen.

Der Ankauf von „Armalite AR-15“-Sturmgewehren durch die NASA, der auf FedBizOpps.gov dokumentiert ist, stellt nur die Spitze des Eisbergs der NASA-Ausstattung dar. Die Weltraumagentur besitzt auch eine eigene Polizeiabteilung und eben ein rund um die Uhr verfügbares SWAT-Team. Der Zweck all dieser Sicherheitsvorkehrungen sei die Absicherung vor „Störenfrieden“ sowie auch polizeiliche Ermittlungen, teilte die Agentur mit.

Zweifelsohne muß eine gewisse Sicherheit gewährleistet werden, um die Ausstattung und das Personal der NASA zu schützen. Aber wieviel davon? Ich überlasse es Ihnen, das zu entscheiden.

Die Seite NASA.gov beschreibt ihr SWAT-Team in einem mit SWATting Trouble betitelten Artikel:

Zusammen mit der respekteinflößenden Wirkung der standardmäßigen Sicherheitseinrichtungen im Kennedy-Center schützt eine gut trainierte und spezialisierte Gruppe von Wachleuten das Center vor möglichen Störenfrieden. Es sind die Mitglieder des Kennedy Space Center Special Weapons and Tactics (SWAT)-Teams, und sie nehmen ihre Aufgabe ernst.

„Wir sind rund um die Uhr hier“, sagte der SWAT-Kommandant David Fernandez. „Es gibt keinen Zeitpunkt, zu dem das SWAT-Team nicht anwesend ist, sodaß wir immer bereit sind, auf alles in kürzester Zeit zu reagieren.“

Einer der "Lenco Bearcat" der NASA um 250.000$ (Quelle: LuisSantanaPhoto.com)

Einer der „Lenco Bearcat“ der NASA um 250.000$
(Quelle: LuisSantanaPhoto.com)

Das SWAT-Team ist mit Hubschraubern und bewaffneten Panzerwagen der Marke „Lenco Bearcat“ – Einzelpreis 250.000 $ – ausgestattet, und die Agentur liebt es, damit auf Photos zu posieren.

Handelt es sich dabei um dieselbe bürokratische Agentur, von der behauptet wird, sie könne ihr Budget nicht in den Griff kriegen? Hmm.

Wozu wird das alles nun benötigt? Werfen wir mal einen Blick darauf.

Bild: NASA-Bullen bei einer Hubschrauber-Patrouille (Quelle: Flickr.com)

NASA-Bullen bei einer Hubschrauber-Patrouille
(Quelle: Flickr.com)

Vielleicht ist es nicht ganz einleuchtend, warum es notwendig sein sollte, mit einem sich aus dem Hubschrauber lehnenden Scharfschützen um das Gelände zu patrouillieren. Aber wahrscheinlich will die NASA einfach der Al-Kaida keine Gelegenheiten geben.

Abgesehen von der paranoiden Aufregung, daß der Besitz von feindlichen Militärkräften umzingelt sein soll, wird die NASA-Polizei auch für die Kontrolle von Menschenmengen benutzt. Sobald die Astronauten für einen Phototermin ins Freie treten, werden sie von Männern mit Gewehren vor ihren Fans beschützt.

Diese übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen mögen Sie beeindrucken oder auch nicht. Aber was glauben Sie, wozu verlassen die NASA-Bullen wohl ihren Weltraumbahnhof für verdeckte Ermittlungen?

Bild: Joann Davis (Quelle: CBS)

Joann Davis (Quelle: CBS)

Im Mai 2011 war eine 74-jährige Großmutter aus Kalifornien das Ziel eines solchen SWAT-Außeneinsatzes, um einen Teil ihres persönlichen Besitzes ohne Abfindung zu konfiszieren.

Joann Davis, die Geld für die Pflege ihres kranken Sohnes benötigte, entschied sich ein Geschenk zu verkaufen, das ihr Mann 42 Jahre zuvor vom Astronauten Neil Armstrong erhalten hatte. Davis‘ Gatte verstarb 1986 und war Weltraumingenieur, NASA-Vertragsangestellter und ein Freund von Armstrong. Davis bekam von ihm ein kleines Stückchen Mondgestein geschenkt, eingebettet in einen dekorativen Briefbeschwerer.

Bild: Der Briefbeschwerer mit eingebettetem Mondstein, der Joann Davis einen SWAT-Besuch bescherte (Quelle: AP / DailyMail)

Der Briefbeschwerer mit eingebettetem Mondstein, der Joann Davis einen SWAT-Besuch bescherte
(Quelle: AP / DailyMail)

Der Mondstaub-Briefbeschwerer ist sehr selten und wertvoll, und Joann Davis versuchte ihn zu verkaufen, um die Behandlung der Krankheit ihres Sohnes zu finanzieren und um zum Erbe für ihre Kinder beizutragen. Als sie nach potentiellen Käufern Ausschau hielt, stellte sie nach einigen Monaten unwissentlich Kontakt zu einem Bundes-Geheimagenten her.

Davis und der Geheimagent vereinbarten, sich in „Denny’s Restaurant“ in Lake Elsinore, Kalifornien zu treffen. Während Davis dem vermeintlichen Käufer gegenüber saß, hielt sich draußen ein bewaffnetes Team der NASA-Bullen bereit. Als sie den Briefbeschwerer dann auf den Tisch legte, startete der Stoßtrupp seinen „Einsatz“.

Davis erzählte dem Sender CBS später: „Jemand ergriff mich von hinten. Dann zerrten sie mich vom Tisch weg, sie hatten einen verdammt starken Griff, die Gewalt war vergleichsweise unnötig … ich wiege etwa 50 Kilo und bin 1,60 Meter groß.“

„Sie zogen mich aus dem Restaurant hinaus“, sagte sie. “Ich hatte Angst. Wirklich Angst.“ Die Agenten behandelten die 74-jährige derart gewalttätig, daß sie Prellungen erlitt und von dem intensiven Schock des Überfalls die Kontrolle über ihre Blase verlor. Sie wurde auf dem Parkplatz festgenommen und verhört.

„Ich habe mir in die Hose gemacht, und ich stand tropfnaß da, über zwei Stunden lang“, erzählte sie dem Orange County Register. “Ich war so wütend. Gedemütigt, aber wütend. Ich habe doch nichts Falsches gemacht.“

Davis sagte, sie hätten wie ein SWAT-Team ausgesehen. Sie möchte ihren Besitz zurück haben. „Es war eine sehr verstörende Sache“, erzählte sie Associated Press. “Es ist sehr verletzend, wirklich demütigend, und alles ist eine Lüge.“

Peter Schlueter, Davis‘ Anwalt, sagte den CBS News: “Es gibt kein Gesetz, daß Mondgestein der Bundesregierung gehört. Es gibt Gesetze gegen den Diebstahl von Bundesbesitz und das verstehe ich, und wenn irgendjemand beweisen kann, daß dieser Mondstaub von der Bundesregierung gestohlen wurde, ist das ein Riesenunterschied, aber sie haben es nicht nachgewiesen.“

Davis wurde keines Verbrechens angeklagt. Die NASA-Bullen haben sie einfach nur überfallen und ihren Besitz gestohlen.

„Ich fühlte mich erniedrigt“, sagte Davis. „Ich fühlte mich, vielleicht ist es unangemessen das zu sagen, aber ich sage Ihnen, ich fühlte mich mißhandelt. Ich fühlte mich wirklich so.“

Police_State_USA_80x80Über PSUSA (Police State USA):
Politischer Aktivist, Journalist, Gelehrter, Kampagnen-Organisator, Photograph, Herausgeber, Internetseiten-Ersteller.
Treibende Kraft hinter der Facebook-Seite ‚Police State USA‘, 2010 gestartet, Gründer von policestateusa.com.

Quelle und Original:
Police State USA | Why does NASA need a SWAT team? To steal moon dust from retirees!
Übersetzung:
Karfreitagsgrill-Weckdienst

 

2 Kommentare:

  1. Du unterstellst den Amerikanern Verfolgungswahn, aber bist selber paranoid. Wo liegt das Problem, wenn sich ein SEK adäquat bewaffnet und sich die Beamten mittels gepanzertem Fahrzeug schützen können? Das macht eben nur einem Paranoiden Angst…

    • Du sprichst hier eindeutig den amerikanischen Autor des Originalartikels an, dessen deutsche Übersetzung der Weckdienst hier zur Verfügung stellt. Bitte wende dich mit deiner Anfrage an den ursprünglichen Verfasser – in englischer Sprache natürlich, was bei deinem Nicknamen aber eh kein Problem sein sollte.

      Mein persönlicher Ratschlag zuvor wäre, sich nochmals mit dem tatsächlichen Inhalt zu befassen und eventuell darüber zu reflektieren, warum du die tatsächlich vorliegende Paranoia verteidigst, die die Überwältigung einer 74-jährigen Großmutter mit einem waffenstarrenden „SEK“ für nötig hält.

Senf dazugeben