Der Raucher, das ungeliebte Wesen

Ein erfrischender Artikel eines klar denkenden Mitmenschen und nun wirklich langjährigen Rauchers mit einiger Lebenserfahrung. Danke und Respekt, Herr Flegelskamp.


Gert Flegelskamp | 14. Februar 2014

Ich gestehe, ich bin ein unwürdiger Mensch, denn ich bin Raucher und wie jeder weiß, belasten die Raucher die Krankenkassen in unerträglichem Maße, verpesten die Luft, sind rücksichtslos gegen andere und schrecken nicht einmal davor zurück, Kinder mit ihrem Qualm zu verletzen.

Flegel_G_MotorradIch muss gestehen, ich bin einer dieser triefäugigen Konsumenten von Tabakwaren. Mein faltenreiches, graues Gesicht stets gebeugt schlurfe ich schwerfällig auf meinen Raucherbeinen in die Garage, erklimme irgendwie den Sitz meiner BMW, zum Glück mit elektrischem Zünder ausgestattet, schaffe es gerade noch, die knapp 300 kg in eine aufrechte Position zu bringen, um dann vornüber gesunken den Weg zum angepeilten Ziel zu suchen. Dort angekommen ist der erste Griff in die Tasche, um das Suchtgerät herauszufischen und zwischen die zitternden Lippen zu schieben.

Habe ich es geschafft, mit zitternder Hand das Feuer auch noch an das Ende des Glimmstengels zu bringen und füllt der erste tiefe Zug meine angefressenen Lungen, bin ich endlich so weit, mein Bein mit Unterstützung der Arme so hoch zu bringen, dass ich mein Fahrgerät wieder verlassen kann, um dem endgültigen Ziel entgegen zu schlurfen, natürlich wieder mit tief gesenktem Kopf, um die einzige Farbe in meinem Gesicht (die Schamröte) vor den vorwurfsvoll auf mich gerichteten Blicken zu verbergen. Wieso ich immer noch schamhaft erröten kann, weiß ich nicht, denn dank der Auswirkungen des Rauchens auf den Blutkreislauf dürfte auch das nicht mehr funktionieren. Ob ich mir das mal von einem Arzt erklären lasse?

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